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1997 Anywhere Stories
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Anywhere Stories

Die erste Konzertshow!

Donnergrollen, Rauchschwaden, heulende Gitarren, ein stampfender Rhythmus: Keine Angst, liebe Besucherin, nur für die ersten 30, 40 Sekunden wähnen sie sich an einem Hardrockkonzert; lassen Sie, lieber Besucher, die EMD-geprüften, gelben Ohrstöpsel aus dem letzten WK getrost im Hosensack. "Hey Stoopid" ist ein Opener nach Mass, ein Knaller mit Drive und rockigen Riffs, der Auftakt für ein zweistündiges Eintauchen in Musik mit vielen Facetten, Musik aus verschiedenen Epochen, Musik mit unterschiedlichen Botschaften: von versteckt ironisch über tiefschürfend melancholisch bis unbeschwert "infantil". So abwechslungsreich das Programm des Aargauer Rockchors "Close Harmony" so verschieden sind oder waren die Autoren oder Interpretinnen der rund zwei Dutzend Songs, die heute Abend gegeben werden.

New York. Aus den Schächten steigt die warme Luft der Underground, sammelt sich zu Wolken aus kondensiertem Wasser, Staub und Abgasen. Die Strasse im lower East Village verabschiedet sich vom Nachtleben und begrüsst einen neuen Tag. Vor den Läden wird der Gehsteig gefegt, die Rollläden werden hochgezogen und die ersten Hot-Dog-Stände werden herangefahren. Bruno, ein Junky, getrieben von der Nicht-Akzeptanz seiner Mitmenschen, torkelt über die Strasse, fällt, krempelt sich wieder hoch. Sein Leben ist gescheitert, seine Träume haben sich unerfüllt im Dampf der U-Bahn Schächte aufgelöst.
Auf einmal jedoch scheint sich seine Situation zu ändern. War es die mit Fotokameras umhängte Touristin, war es der Chor der Heilsarmee, oder erlebt er einfach wieder einen Rausch? Bruno steht plötzlich vornehm gekleidet in einem grellen Nachtlokal. Man grüsst ihn, man kennt ihn. Die Damen finden ihn interessant, und er wird gerühmt und verehrt. Sein Leben scheint wieder einen Sinn zu bekommen, und auf einmal liegen die Erinnerungen an den beissenden Rauch der Subway weit hinter ihm.
Mark, ein Gigolo und Stammgast des Lokals, nimmt sich des anfänglich noch schüchternen und unsicheren Junkys an und führt ihn in die Glimmerwelt der "Anywhere Bar" ein. Doch als Katrin, eine bezaubernde Sängerin mit dem feurigen Blick einer Zigeunerin und die Hauptattraktion des Abends, die Bühne betritt, kann sich Mark nicht mehr zurückhalten. Sein Faible für Frauen erlebt durch das vampartige Timbre der fast schwarzen Stimme seine volle Entfaltung. Sein angeblich neuer Freund Bruno ist plötzlich vergessen und Mark hat nur noch Augen und Gesten für seine neue Flamme.
Da platzt Bob herein, der allabendliche Frauenheld der "Anywhere Bar". In schwarzes Leder gekleidet schreitet er durch den Club, wie ein Monarch durch die Reihen seiner Armee, umschwärmt von einer beinahe hysterischen Bewunderung der weiblichen Barbesucher und dem plötzlichen, neidischen Schweigen ihrer männlichen Begleiter. Als er Katrin erblickt stockt auch ihm der Atem, und die Weichen für eine Auseinandersetzung zwischen Bob und Mark sind gelegt.
Bruno, auf einmal allein gelassen und vergessen, erkennt bereits Erlebtes wieder, und es wird ihm bewusst, dass das Irgendwo der "Anywhere Bar" seine eigene Vergangenheit, seine verlorene Identität darstellt. Der unendliche Schmerz dieser Erkenntnis zieht die Aufmerksamkeit der Barbesucher weg vom streitenden Duo auf ihn zurück.

Mark realisiert, dass Bruno seine Hilfe dringend benötigt und er lädt ihn ein, auf das Leben, auf die Zukunft aber auch das Passé zu trinken. Die ganze Nacht hindurch soll nun Partystimmung herrschen! Doch Bruno hat Katrins Auftritt nicht vergessen, und in jener Sekunde, als er sie auf der Bühne seiner Vergangenheit erblickt hat, erfuhr er ein wunderbares, in seinem Dasein als Junky längst vergessenes Gefühl. Seine Gedanken und Gefühle werden auf einmal arg unterbrochen, und Katrin steht vor ihm. Bevor einer der beiden auch nur ein Wort aussprechen kann, macht sich dasselbe Gefühl wieder zwischen ihnen breit, und sie bleiben wie versteinert stehen, einander tief in die Augen blickend.
Unbemerkt ziehen sie sich in eine Ecke der "Anywhere Bar" zurück, um Gedanken, Vergangenheit und Zukunft auszutauschen, als ob sie sich seit Jahren schon kennen würden. Immer noch unbemerkt, ohne eine Antwort auf die Frage einer möglichen neuen Liebe gefunden zu haben, umarmen sie sich und wagen einen ersten Kuss….
Ein neuer Morgen kündigt sich im lower East Village an. Der Kuss! Bruno spürt noch die Wärme der körperlichen Vereinigung als er die ihm seit dem Beginn seiner Sucht bestens bekannte Strasse wieder erkennt. War es nur ein Traum? War es ein Rausch? Nein zu echt war das Gefühl der Liebe, zu warm war die Berührung der Sängerin.
Plötzlich sieht Bruno seine Mitmenschen unter einem anderen Winkel. Es sind Menschen, wie er, die kämpfen müssen, um ihrem Leben Tag für Tag einen neuen Sinn zu geben, um die schönen Seiten des Lebens erreichen zu können. Da, der Taxifahrer, dort die Zeitungsverkäuferin. Jeder hat seine Geschichte, und doch kann es jeder schaffen. Auch er.
Ja, er will es schaffen, er will die Sängerin wieder finden, er will die durchlebten Gefühle zur Wirklichkeit erwecken! Ja, von nun an will er kein Junky mehr sein! Von nun an will er leben!

Songs

1

Hey Stoopid (Alice Cooper)

Chor

2

New York, New York (Frank Sinatra)

Chor

3

The Free Electric Band (Albert Hammond)

Solist: Bruno Erne

4

Making Memories

Solist: Judy Rezin

5

Hail Holy Queen (Sister Act)

Chor

6

NehNahNeh (Vaya Con Dios)

Solist: Judy Rezin

7

It don`t mean a thing (Duke Ellington)

Chor

8

I want to break free (Queen)

Solist: Bruno Erne

9

Seaside Rendez-vous (Queen)

Solist: Bruno Erne

10

Desperado (Eagles)

Solist: Kathrin Doppler

11

Crazy little thing called love (Queen)

Solist: Mark Balsiger

12

Bobby Brown (Frank Zappa)

Solist: Wolfgang Polifke

13

I just can`t wait to be king (Lion King)

Solist: Wolfgang Polifke/Mark Balsiger

14

You`re my best friend (Queen)

Chor

15

Bohemian Rhapsody (Queen)

Solist: Bruno Erne

16

Girls, girls, girls (Sailor)

Solist: Bruno Erne

17

Somethings got a hold on me (Vaya Con Dios)

Solist: Kathrin Doppler

18

Kiss (Prince)

Solist: Bruno Erne

19

Make me smile (Cockney Rebel)

Solist: Christof Gärtner

20

Seasons of Love (Rent)

Solist: Bruno Erne/Judy Rezin

21

River of Dreams (Billy Joel)

Solist: Bruno Erne

22

Living on a Prayer (Bonjovi)

Chor

23

Papa perché (Zucchero)

Solist: Monika Brun

24

Short People (Randy Newman)

Solist: Christof Gärtner

25

That`s what friends are for (Jungle Book)

Chor

26

I`m a Train (Albert Hammond)

Chor

 
Neue Sänger (Tenor und Bass) sind jederzeit herzlich willkommen. Wir proben jeweils Dienstag um 19.45 Uhr in der Aula des Chapfschulhauses in Windisch. Interessiert? Meldet euch für eine Schnupperprobe bei unserem Präsidenten Norbert Oehrli, Telefon: 056 221 64 58 oder Mail: norbert.oehrli@hispeed.ch